Ready for Nature Magazin - Wassersport

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Kanupolo

„Was die Wasserballer können, das können wir auch.“ Das oder ähnliches müssen sich ein paar ballverliebte Kanuten gesagt haben, als sie die Sportart Kanupolo erfunden haben. Wie beim Wasserball gilt auch hier: Das Runde muss ins Eckige und zwar mit Hilfe des Paddels oder der Hände. Der Erfolg blieb nicht aus, seit 1994 gibt es Welt- und Europameisterschaften. Außerdem ist Kanupolo ein Bewerb bei den World Games, die Weltspiele der nicht-olympischen Sportdisziplinen.

Alles was man zum Kanupolo braucht, sind ein stehendes Gewässer, kleine, wendige Einerkajaks, zwei Tore und zwei Teams. Eine Mannschaft besteht aus je fünf Feld- und bis zu drei Ersatzspielern, die beliebig oft eingewechselt werden können. Den Posten des Torwarts nimmt jener Kanute ein, der gerade dem Tor am nächsten ist. Die Größe des Spielfelds beträgt bei offiziellen Wettkämpfen 35 mal 23 Meter, wobei es sich dabei um Richtwerte handelt. Die 1 mal 1,5 Meter großen Tore befinden sich jedoch im Gegensatz zum Wasserball nicht auf der Wasseroberfläche, sondern in zwei Meter Höhe.

Da es auch in diesem an sich friedlichem Sport ordentlich zur Sache gehen kann, tragen die Spieler zu ihrer Sicherheit Schwimmwesten und einen Helm mit Schutzgitter. Das Paddel ist beim Kanupolo robuster verarbeitet als normalerweise, da es durch hart geworfene Bälle schnell zum Paddelbruch kommen kann. Ähnliches gilt für die Boote, welche speziell auf Wendigkeit und Stabilität ausgelegt sind. Die verwendeten gelben Bälle sind im Übrigen die gleichen wie beim Wasserball.

Die Spieldauer eines Kanupolo-Matches beträgt zwei Mal zehn Minuten. Endet ein K.o.-Match unentschieden, werden mindestens noch einmal zwei Mal drei Minuten Verlängerung angehängt. Dabei gilt die "Golden Goal"-Regel. Fällt auch hier keine Entscheidung, wird der Sieg im Penaltywerfen ermittelt.

Der Ball darf sowohl mit dem Paddel als auch mit den Händen gepasst oder geworfen werden. Um Tore zu verhindern, darf der gegnerische Spieler, der gerade in Ballbesitz ist, an der Schulter ein wenig gerempelt und damit zum Kentern gebracht werden. Aktionen, die ein Verletzungsrisiko darstellen, werden jedoch bestraft. Das stellen zwei Referees sicher, denen noch zwei Linienrichter zur Seite gestellt werden. Als Sanktionsmöglichkeiten stehen ihnen Freiwürfe, Zeitstrafen und Platzverweise zur Verfügung.

Kanupolo ist in Europa weit verbreitet und vor allem in Deutschland sehr beliebt. Dort wird der Sport schon seit 80 Jahren betrieben. Der aktuelle Weltmeister bei den Herren kommt jedoch aus Frankreich, bei den Damen waren die Deutschen 2006 erfolgreich.

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